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Krieg ist kein Funsport

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Krieg ist kein Funsport!

Landeskonferenz der Naturfreundejugend NRW beschließt Schwerpunkt


Der Aufbruch in eine neue Etappe der Geschichte hat unlängst begonnen. Die Bundeswehr (BW) rekrutiert nicht mehr nur an Schulen und auf Jugendmessen ihren Nachwuchs. Seit 2012 ist sie mit ihren „BW-Adventure-Camps“ auch als propagandistischer Reiseveranstalter auf der Jagd nach frischem Kanonenfutter. Damit fährt die deutsche Armee auch einen unmittelbaren Angriff gegen die Naturfreundejugend NRW, die ihre Antwort jüngst auf der Landeskonferenz im Frühjahr 2013 in Solingen formuliert hat.

Im ihrem Leitantrag stellt die Naturfreundejugend klar, dass es sich bei der BW um keine „normale“ Arbeitgeberin handelt. Mag die Ausbildung dort noch so fundiert sein, sie ist immer an das Geschäft mit dem Töten gekoppelt und darf deshalb niemals die selbe Rolle spielen, wie ein ziviler Arbeitgeber. Töten und Sterben sind nicht „normal“ und die BW darf sich auch nicht als Anbieterin für Jugendreisen präsentieren!

„Krieg ist kein Funsport!“ lautet der folgerichtige Schwerpunkt, dem sich die NFJ in den kommenden zwei Jahren zuwendet. Neben der inhaltlichen Arbeit mit diesem Thema auf ihren Freizeiten und Seminaren will sich der Jugendverband auch aktiv an Demos und Aktionen präsentieren. Zudem wird die NFJ ab sofort das Bündnis „Schule ohne Bundeswehr in NRW“ unterstützen.

Die 40 Delegierten aus Rheinland und Westfalen beschlossen darüber hinaus, sich künftig stärker in die Vorbereitung und Umsetzung des Landestreffens der NaturFreude NRW einzubringen. In der Begründung des Antrag stellt die Jugend folgenndes fest: „Das Landestreffen der NaturFreunde NRW ist auch unser Treffen. Die Naturfreundejugend NRW ist keine separate Organisation, sondern Teil der NaturFreunde-Familie in NRW. Wir wollen mit der Verabschiedung dieses Antrages ein entsprechendes Signal setzen.“

Neben der inhaltlichen Neuausrichtung nahmen die Delegierten der Landeskonferenz auch eine organisatorische Veränderung vor. Der NFJ-Landesausschuss wird wieder eingeführt, der sich vier Mal pro Jahr trifft. Ihm gehören gewählte Einzelmitglieder, aber auch Delegierte aus den verschiedenen Orts- und Fachgruppen an. Angeleitet wird der Ausschuss von der NFJ-Leitung mit ihrer neu gewählten 1. Vorsitzenden Lina Najib sowie den beiden 2. Vorsitzenden Rosa Becker und Stefan Kühn. Nils Dietrich und Jannis Ofenhammer unterstützen sie in der Funktion als Beisitzer.

Dass eine Landeskonferenz keine spröde Angelegenheit sein muss, bewiesen Uwe Hiksch als Referent für Friedenspolitik und der Arbeiterlieder-Barde Achim Bigus. Der eigens aus Berlin angereiste Hiksch informierte lebhaft und ausführlich über den Prozess der Umstrukturierung der deutschen Armee und leitete damit die Diskussion über den Leitantrag „Krieg ist kein Funsport“ ein. Achim Bigus sorgte am Abend mit seiner Gitarre für den musikalischen Rahmen. Er sang nicht nur die schönsten und bekanntesten Friedens- und Arbeiterlieder, sondern vermochte es auch zu verstehen, von der Entstehung der Lieder in ihrem geschichtlichen Rahmen zu erzählen.

Insgesamt kann diese Landeskonferenz der Naturfreundejugend NRW als Erfolg gewertet werden, zumal der Nachwuchs des Verbandes sich rege beteiligte und auch einige neue Gesichter begrüßt werden konnten. Möglicherweise hat auch hier der Aufbruch in eine neue Etappe begonnen. Die Zeichen stehen gut!